600km durch Grönland

Norbert H. Kern ist auf dem Weg, die Eiskappe beziehungsweise das Inlandeis Grönlands von West nach Ost zu überqueren. Es handelt sich hier um etwa 560 bis 600 km Wegstrecke. Auf den Spuren von Nansen, der diese Tour 1895 bereits ging. Die von der Expeditionsleitung vorhergesagten Temperaturen liegen bei – 30 / – 35 °C, vielleicht auch niedriger.

In der Sommerzeit, in der sich Grönland zur Zeit befindet, ist auf dem Inlandeis mit starken Winden – bis zu 200 km/h – zu rechnen.

Norbert’s Chinese friend 
Fei Xuan published a book in china mentioning Norbert as the oldest man to cross Greenland and ski to both poles

Grönland©NKern
Grönland©NKern

Das Gepäck für ca. 3 bis 4 Wochen wird von Grönland-Hunden unter der Führung eines Inuit gezogen. Die Expeditionsteilnehmer Jin Fei Bao, Fei Xuan, Alexandr Drozdkov, Lawrence Paul Lahay sind gemeinsam mit Norbert Kern unterwegs, geführt von den Expeditionsleitern Annie Aggens sowie Keith Heger, der seinerzeit auch der Expeditionsleiter zum Nordpol war. Norbert hofft, seiner Frau täglich einen Kurzbericht über Iridium-/GPS-Telefon geben zu können, 1 bis 2 Bilder gehen direkt an Richard Laronde (Expeditionsteilnehmer zum Südpol)

Galerie



Positionen der Camps


DateCampKilometers TraveledPosition  (deg, min)Position (decimal)Total Km
16 May167° 04′ N, 49° 04′ W67.0666°N, 47.0666°W
17 May218.55467° 06′ N, 48° 39′ W67.11°N, 48.65°W18.554
18 May324.60766° 59′ N, 48° 11′ W66.9833°N, 48.1833°W43.161
19 May421.45166° 53.25′ N,  47° 45.50′ W66.8875°N, 47.7579°W64.612
20 May515.67066° 48.63′ N,   47° 37.79′ W66.8101°N, 47.4625°W80.282
21 May626.69866° 40.77′ N,  46° 56.878′ W66.6795°N, 46.9479°W106.980
22 May726.45066° 32.773′ N,  46° 27.971′ W66.5328°N, 46.4752°W133.43
23 May824.45566° 29′ N,  45° 58′ W66.4873°N, 46.9760°W157.885
24 May930.13866° 27.22′ N,  45° 18.19′ W66.4540°N, 45.3030°W188.023
25 May9In CampHigh Wind188.023
26 May1020.89266° 26.12′ N,  44° 50.11′ W66.4367°N, 44.8352°W208.915
27 May1127.47266° 23.598′ N,  44° 13.589′ W66.3932°N, 44.2267°W236.387
28 May126.46766° 22.869′ N,  44° 05.288′ W66.3811°N, 44.0881°W242.854
29 May12In CampHigh Wind242.854
30 May1330.44666° 19.47′ N,  43° 25.32′ W66.3245°N, 43.4220°W273.300
31 May1429.45466° 16.756′ N,  42° 45.980′ W66.2793°N, 42.7663°W302.754
1 June1530.11566° 13.853′ N,  42° 07.134 W66.2308°N, 42.1189°W332.869
2 June1626.78966° 10.73′ N,  41° 31.96′ W66.1788°N, 41.5327°W359.658
3 June1734.55366° 06.515′ N,  40° 49.811′ W66.1086°N, 40.7802°W394.211
4 June1828.10166° 03.142′ N,  40° 10.835′ W66.1086°N, 40.7802°W422.312
5 June1930.18865° 57.036′ N,  39° 34.095′ W65.9506°N, 39.5682°W452.500
6 June2017.21565° 53.773′ N,  39° 12.239′ W65.8957°N, 39.2040°W469.715
DYE-266.4916N,46.3054W

Reiseblog


Das Abenteuer Grönland hat begonnen!

Am 12. Mai 2008 Ankunft in Kangerlussuaq. Am gleichen Tag flogen wir (Alexandr Drodzkov und ich) weiter nach Ilulissat, zum Kangia Eisfjord (UNESCO Weltnaturerbe), der einen überwältigenden Anblick mit seinen bis zu 1000 m hohen Eisabbrüchen bietet. Leider noch keine Bilder, da die technische Ausrüstung noch nicht zur Verfügung steht.

13. Mai 2008


Besuch der Stadt Ilulissat, in der Knut Anderson den größten Teil seines Lebens verbrachte. Ältestes Dorf der Inuits. Die alte Zions-Kirche besucht und die kleine romantische „Altstadt“. Eine unvergessliche Mitternachtsfahrt in den Fjord mit einem alten Fischerboot – unbeschreiblich schön! Leider noch immer keine Bilder. Wetter: Erstaunlich freundlich, blauer Himmel, Sonnenschein – um 0° C. Die Spannung auf das Abenteuer Überquerung des Inlandeises von West nach Ost steigt!

14. Mai 2008


Erneut mit dem Boot entlang dem Kangia/Ilulissat Icefjord – durch die Diskobucht bis nach Ilimanaq. Faszinierende Bilder der gigantischen Eisberge!
Ilimanaq ist eine der ältesten Siedlungen Grönlands (gehört heute zu Ilulissat), besiedelt – immer wieder mit Unterbrechungen – von Inuits seit 4500 Jahren. 1719 bis 1737 lebte hier ein Holländer (Klaes Pieterss), der sich mit intensivem Walfang beschäftigte. 1741 übernahm die dänische Handelsmission die Siedlung. Blüte dieser Siedlung durch den Walfang bis 1880, danach drastischer Rückgang der Einwohnerzahl. Heute leben hier nur noch etwa 80 Menschen, die sich mit dem Fischfang und der Jagd beschäftigen.
Einladung des Bürgermeisters der Siedlung zum Mittagessen. Diskussion – die mich natürlich sehr interessierte – über die Zukunft Grönlands und der Inuits, über den Alkoholismus vor allem der Jugend und die hohe Selbstmordrate. Die alten Inuits versuchen, ihre Jugend wieder mehr für ihre Vorfahren und für ihr Land zu interessieren. Ein Referendum der Dänen im November 2008 soll über weitere Freiheiten der Inuits entscheiden.
Ein herrlicher Tag! Meine Gedanken sind jetzt bereits bei der Vorbereitung der Überquerung des Inlandeises von Grönland. Die Spannung wächst!

May 15, 2008 – Extra


Norbert Kern in front of Icebergs
Icebergs in Kangiar-Ililissat Fjord

Pre expedition update 1

Welcome to the teams first update from Greenland. We are in Kaangersulaq having finished a enjoyable dinner. We look forward to moving onto the ice cap tomorrow. Stay tuned for more.

15. Mai 2008

Beim Aufwachen in Ilulissat schneite es heftig. Wir hatten während der zweieinhalb Tage großes Glück: strahlenden Sonnenschein und herrliches Licht! Durch den Schnee hatten wir beim Abflug nach Kangerlussuaq etwas Verspätung.
In Kangerlussuaq trafen wir die restlichen Mitglieder der Expedition: Katja aus Athen (42 Jahre alt) sowie Larry aus USA, Keith Heger und Annie Aggens empfingen uns am Flugzeug. Jin Fei Bao und sein Freund Xiu Fei verbrachten die Tage in der Gegend um Kanderlussuaq. Unsere Ausrüstung wurde getestet (ich habe etwas zu viel mitgebracht – aber sicher ist sicher!). Vorher zwei Stunden Training. Morgen geht es nun endgültig los! Der Aufstieg Über den Gletscher ist nicht machbar – überall fließt Wasser. Wir werden deshalb mit dem Hubschrauber auf ca. 1200 m geflogen. Dort warten die Hunde auf uns, und wir werden morgen die erste Strecke gehen.
Temperatur soll bei -25°C liegen. Schon jetzt kräftige Winde. Die Temperatur ist demnach kein Hindernis, zumindest zum Start. Allerdings könnten die Winde Probleme schaffen.
Egal was auch ist: Ich freue mich, endlich wieder meine Skier unter den Füßen zu haben, um unser Abenteuer beginnen zu können!
Die ersten Bilder von Ilulissat und den unheimlich schönen Eisbergen im Ilulissat Eisfjord werden wir heute Nacht noch über Richard Laronde einspielen – vorausgesetzt alles funktioniert wie geübt.

16. Mai 2008


Tag des Abflugs zum Inlandeis. Wir mussten mit einer Twin Otter ca. 70 km über den Gletscher fliegen, da zu viel Wasser über und am Rand des Gletschers hinunter floss. Nach kurzem Flug und herrlicher Sicht über den Gletscher Landung nach 18 Minuten auf dem Inlandeis in ca. 900 m Höhe (Temperatur etwa -10/-15°C).
Herzlicher Empfang durch zwei Inuit-Hundeführer mit jeweils 14 Hunden und relativ großen Schlitten für unser Gepäck und unsere Verpflegung für 21/22 Tage. Ich habe mich bereits mit zwei weißen, wunderschönen Grönlandhunden angefreundet – auch sie benötigen Streicheleinheiten!
Unsere Zelte stehen schon. Die Hunde sind gerade vor uns angekommen und brauchen etwa 18 bis 20 Stunden Pause. Wir werden in 10 bis 12 Stunden unseren langen Marsch von etwa 560 km zur Ostküste beginnen. Geplant sind täglich 30 km – immer vorausgesetzt, die Winde, die hier kräftig blasen, gestatten es uns.
Wir schlafen zu dritt in einem Zelt, diesmal mit Alex und Katja aus Griechenland.
Wir sind alle mehr als glücklich, dass wir nach so vielen Monaten endlich das Inlandeis betreten können. Das Abenteuer beginnt! 3 bis 4 Bilder überspielen wir heute Nacht.

Update 1   – May 17, 2008  11:27 AM


Greenland Team
Dog Team

We have arrived on the polar ice cap. After a short flight in a twin otter the team landed successful. Meeting up with our 2 dog teams. The team has 26 dogs and two sledges in support of our crossing. We are 485km from our goal. The east coast. Weather is outstanding. Clear with a slight wind. We are preparing to ski for our first full day. Check back for more.

17. Mai 2008  (Evening)

Wir haben lange geschlafen, da die Hunde sich ausruhen mussten. Sie waren gestern 75 km gelaufen und erst etwa 10 Minuten vor uns eingetroffen. Um 02:30 Uhr sind wir aufgebrochen und haben in 8 1/2 Stunden 21 km geschafft. Einer im Team ist etwas gehandicapt: Der Chinese Xiu Fei ist nicht besonders kräftig. Katja hat die falschen Ski. Wir mussten oft lange auf beide warten. Hoffentlich wird das morgen besser.
Wir hatten einen herrlichen Tag. -10 bis -15°C am Abend.
Die Hunde sind unglaublich tüchtig und machen uns viel Freude!

Camp 3 – May 18, 2008 10:27 PM    66.6000N, 48.1103W


Peter and the Dogs
Norbert
Greenland Ice Cap

Camp 3. Over the last two travel days the team has covered 45km. Conditions have been ideal no wind, hard pack snow and great teammates. We are slowly building our daily routine and have traveled up to 6km an hour. The dogs and mushers Peter and Mikkal are happy to travel with us. We hope for continued mild conditions and thank all our friends and family for their support.

18. Mai 2008

Start um 10:30 h. Bedeckter Himmel und bedeutend kälter: -20/-22°C. Gegen Ende des Marsches kam die Sonne hervor. Ein sehr harter Tag für uns: weicher, sehr hoher Schnee – aber viel schlimmer für die Hunde. Die Schlitten blieben mehrmals im Schnee stecken. Ein Hund verletzte sich und musste auf den Schlitten. Offensichtlich hat er einen Vorderlauf gebrochen.
Wir schafften heute 24 km trotz der Widrigkeiten. Unsere Truppe ist leider nicht homogen. Fei Bao und sein Partner kommen kaum nach, wir warteten sehr lange in der Kälte auf sie. Auch Katja musste zum Schluss auf den Schlitten.
Ich bin wohlauf, sowohl was Wirbelsäule und beide Hüften angeht. Trotz der völlig neuen Ski, die ich nehmen musste, nennt man mich auch hier „die deutsche Maschine“. Dank an Prof. Hofmann vom Klinikum Offenbach. Seine Titanhüfte funktioniert auch hier hervorragend.
Wir werden morgen versuchen wieder nachts zu gehen, um den Hunden die Arbeit mit den äußerst schweren Schlitten zu erleichtern. Das Gewicht auf jedem Schlitten, den sie ziehen müssen, beträgt mindestens 550 kg – allein ihr Futter für über 20 Tage wiegt etwa 120 kg.
Es gab mehrere Stürze der Expeditionsteilnehmer ohne ernsthafte Folgen. Aber es sind ja auch erst zwei von insgesamt 20 Tagen, die wir laufen müssen, geschafft.
Anstrengend, aber schön!!
Viele Grüße an meine Familie und an meine Freunde.

Camp 4    May 19, 2008  10:07 PM   66° 53.25‘N   047° 45.50‘W


22km bad visibility, 1km tough conditions and we still managed 22km in 8.5hrs. more to go!

Larry’s Birthday
Dogs at Rest
1km Visibility

19. Mai 2008

Seit 19 Stunden schneit es ununterbrochen – bei moderatem Wind von ca. 40 km/h. Dies macht unser Skilaufen extrem schwer. Teilweise hohe Schneeverwehungen, dann wieder glatte Stellen. Auch die Hunde tun sich unglaublich schwer.
Wir haben trotzdem unser Tagesziel knapp erreicht und sind jetzt auf 1550 m Höhe. Der Zeltaufbau dauerte sehr lang. Die Gefahr, dass das Zelt weggeblasen wird, war groß. Wir kochen uns gerade etwas Stärkendes – sind alle ziemlich erschöpft. Ein kleiner Vorgeschmack, was uns auf dem Gipfel erwartet: starker Wind, hoher Schnee und -25°C! Es ist ganz schön hart!

Update from Camp 5   
May 20, 2008   20:47        
66° 81.01‘N 047° 46.25‘W


Team on the Trail
Fei Xuan  and Norbert 
Fei Xuan and Fei Bao

After a full 30 hours of zero visibility and blowing snow the team awoke to mild winds overcast and a fresh layer of wet snow making travel for dog and man difficult. We covered only 15 km in 7 hours. Tonight we have the good fortune if a slight temperture drop to -5c. hooung to freeze the snow snd make travel faster. Larry sends thanks to all those that sent birthday wishes.

20. Mai 2008   Camp 5

Wir hatten Angst um unsere Zelte! Schon beim Aufbau mussten wir höllisch aufpassen, dass keines davon flog! Nach unserem Abendessen wurde der Schneesturm immer stärker. Wir zurrten unsere Zelte nochmals fester und legten mehr Schnee auf die Umrandung. Vorsichtshalber wurde wärmere Kleidung angezogen, falls die Zelte aus dem Schnee gerissen würden und wir eingreifen müssten. Ich war der Letzte, der nun endlich auch eine ordentliche Blase am Fuß hat – wie seinerzeit am Südpol. Trotzdem konnten wir heute weitergehen. Allerdings schneite es die erste Stunde weiter. Der Wind ließ zum Glück nach. Der Neuschnee von gut 70 bis 80 cm war für die Hunde mit den schweren Schlitten ein großes Problem. Das war der Grund, weshalb wir nur 15,4 km gingen, obwohl wir alle fit sind – weit hinter unserem Soll. Die Truppe wird homogener. Nachdem Katja Ski und Schuhe von Annie bekam, lief sie hervorragend. Mein Freund Fei Bao hat Probleme mit der Kondition. Er hat die falsche Ausrüstung. Heute wird versucht, meine alten Ski umzurüsten, damit sie Fei Bao Erleichterung bringen.
Noch knapp 80 km vor uns liegt eine ehemalige, 1940 gebaute Radar-Funk-Geheimstation, die im Kalten Krieg zum Ausspähen der Sowjetunion ausgebaut und weiter betrieben wurde. Dies bis 1990, dem Ende der Sowjetunion und des Ostblocks. Abends feierten wir Larry‘s Geburtstag – bei beißender Kälte im Zelt! Wir sind weiterhin guten Mutes, gemeinsam unser Ziel zu erreichen!

21. Mai 2008   Camp 6


Schlechte Nacht, besserer Tag. Tagesvorgabe (25 km) überschritten.
Schon beim Aufstellen der Zelte gestern war zu erwarten, dass es eine sehr unruhige Nacht werden würde. Der Schneesturm wurde immer schlimmer.
Ich hatte eine ausgesprochen unangenehme Nacht: Meine Hüfte plagte mich, sobald ich im Schlafsack lag – trotz Voltaren. Außerdem lag ich auf einer stark zur Mitte des Zeltes abfallenden Stelle, so dass ich mit dem glatten Schlafsack ständig von der Isomatte und gegen meinen Schlafgenossen Alex rutschte. Der Sturm tobte die ganze Nacht – ich habe kein Auge zugetan. Im Vorzelt stellten wir unsere Schuhe und das sonstige Gepäck ab – meine Schuhe waren selbst im Zelt völlig zugeschneit. – Das noch ergänzend zum gestrigen Tag.
Heute morgen 6:30 Uhr aufstehen (was mir sehr entgegen kam), 7:00 Uhr Frühstück. Um 9:oo Uhr standen wir auf den Skiern. Es hörte auf zu schneien, die Sonne kam heraus. Der immer stärker werdende Wind jagte den Schnee über den Boden und formte traumhafte Gebilde. Auch hier heißen die Schneeverwehungen Sastruggis. Teilweise herrliche Bilder bei wunderbarem Licht, trotz eisiger Kälte. Da der Schnee durch den Wind und die Kälte etwas fester wurde, kamen auch die Hunde besser voran. Wir schafften 27 km in 8 1/2 Stunden – trotz Pausen und hin und wieder Warten auf die Hunde.
Der Zeltaufbau gerade war eine Katastrophe! Wir haben alles, was vorhanden ist, zur Befestigung der Zelte genutzt (Ski, Stöcke… ).
Nachts plagt mich die Hüfte, tagsüber meine Fußzehen (brennen wir Feuer, das kenne ich aus meiner Handballzeit und vom Tennisspielen). Ich grüße von hier aus meinen Physiotherapeuten Hans Wiegand und sein Team sowie Holger Soukup, einen der besten Fitnesstrainer in Bad Homburg. Grüßen möchte ich auch einen tollen Menschen in Boston: Richard Laronde, der gemeinsam mit unserem Expeditionsleiter Keith Heger und meiner Frau Heide für die Informationen auf meiner Website sorgt.
Wir sind jetzt auf 1800 m, es geht also weiter bergan und es wird jeden Tag kälter und anstrengender.
Ich bin kaputt – hoffentlich finde ich in dieser Nacht etwas Schlaf. Aber jetzt gibt es erst etwas zu essen.

22. Mai 2008   Camp 7


Ein herrlicher Tag – Ausgleich für vergangene schwere Tage! Start um 9:30 h. Wir haben 26 km hinter uns gebracht und sind jetzt auf 2100 m. Temperatur unter -20°C.
Das erwähnte Relikt aus dem heißen 2. Weltkrieg und dem darauf folgenden kalten Krieg der Amerikaner konnten wir bei schönstem Sonnenschein betrachten. Ein riesiges Gebäude, Teil eines gigantischen Überwachungsprojektes der Amerikaner und später der Nato.
Alex wurde heute schwach und musste einige Stunden auf dem Schlitten mitfahren. Hoffentlich hat er nur zu wenig getrunken und keine Erkältung oder Grippe!
Die Truppe ist inzwischen sehr homogen. Die beiden Expeditionsleiter haben eine Geschwindigkeit gewählt, die sowohl dem schwächsten Teammitglied als auch den Hunden entspricht. Die Strecke heute erinnerte sehr an die Expedition zum Südpol: Ein Sastruggi nach dem anderem! Zu aller Überraschung konnten wir heute zwei Vögel – eine Finkenart – filmen.
…………..
Hier brach die Verbindung ab. Mehr dann morgen!

update dye2    23 May, 08 – 22:50     66° 29.24N 045° 58.56W


We skied 23km today past the DEW station DYE2. A relic of the cold war. literally keep on ice since its last service in ‚88. more pictures to come. We slightly change course heading almost due east for our 265km ski to the next dog food cache.

 DYE-2 Relics
Kern Frosty
DYE-2 RADAR
On the Way to DYE-2
 Dog Team at DYE-2
Dogs Sleeping
Lost Artic Birds

23. Mai 2008

Ein Drittel der Strecke ist geschafft. Wir sind jetzt auf 2200 m Höhe und haben noch etwa 300 m bis zur höchsten Stelle (2500 m) zu Überwinden, dann geht es wieder bergab. Das Inlandeis – etwa 3000 m dick – reicht bis ins Wasser hinein und trifft erst dann auf den Erdboden.
Heute besuchten wir die verlassene Station DYE2. Korrektur: nicht 1940 erbaut, sondern 1959 – verlassen 1989. Es sieht aus wie eine Filmkulisse – Flucht vor dem Feind: In der Küche liegen gefrorene Schinken, geplatzte Coladosen, Bierflaschen sind noch vollkommen unversehrt, Pornohefte, Gasflaschen – ein reines Chaos. Der gegenüber liegende Flugplatz wird von einem Ehepaar gewartet und dient Piloten zu Training und Tests Überwiegend der Hercules. In 2200 m Höhe wirkt das etwas unwirklich. Wir schafften heute bei schönem Wetter 23 km, haben allerdings durch den Besuch von DYE2 einen Umweg von etwa 27 km gemacht. Die Kräfte des einen oder anderen Teammitglieds lassen nach. Es ist eiskalt hier oben, vergangene Nacht hatten wir -30°C, jetzt wieder nur -25°C. Ich schlüpfe jetzt in meinen Schlafsack – es war wieder ein anstrengender Tag.

Camp 9 – update 24th    
24 May, 08 – 11:48  
66°27.24‘ N  045°18.18W


30km day outstanding effort by all. Conditions worsened throughout the day to 15kt winds and blowing snow. Mild temperatures-10.

A Cold Break
The Dog Teams
Managing the Dog Lines

24. Mai 2008

Fast 10 km lang blies uns ein eiskalter Wind ins Gesicht. Mit unglaublicher Kraftanstrengung schafften wir zum ersten Mal 30 km. Die Temperatur liegt bei -29°C; wir sind jetzt auf 2.300 m Höhe.
Heute morgen habe ich nach 8 Tagen zum ersten Mal in einen Spiegel geschaut – das werde ich ganz sicher erst nach einer Dusche und nach dem Überstandenen Abenteuer wieder tun!
Bei diesem Marsch kommt man ins Träumen. Wir sind zehn Menschen, inklusive unserer beiden Hundeschlittenführer, aus sieben verschiedenen Ländern. Tagsüber arbeiten wir hart, die Führer mit ihren Hunden, wir in unserer verschworenen Gemeinschaft. Wir schlafen zusammen, wir essen zusammen, wir reden miteinander – alles mit einem Ziel: nach Überquerung des Inlandeises Grönlands in Isortoq anzukommen!
Dann träumt man weiter und stellt sich vor, die politischen Führer der G7- beziehungsweise G8-LÄnder würden sich ein solches Abenteuer vornehmen, würden gemeinsam hart arbeiten, Schnee kochen, um essen und trinken zu können, diskutieren, um ein ganz anderes Ziel zu erreichen: Gerechtigkeit und Frieden auf dieser Welt. Und dann machen wir eine Pause – und der Traum ist vorbei!
Bei unglaublich starkem Wind gelang es uns, unsere Zelte eines nach dem anderen aufzustellen. Wir haben die doppelte Menge Schnee an die Ränder geworfen. Wenn alles gut geht, werden wir in zwei Tagen am höchsten Punkt unserer Eiskappen-Überquerung ankommen.
Es wird eine stürmische Nacht.

25 May, 2008 20:03   


Badly drifted snow surrounding tents requiring tents to be dug out and moved so as to not be drifted over, Norbert‘s tent required a full onslot by the entire team in order to uncover the door which had been drifted over.
Needless to say we did not move and enjoyed a day of rest and recovery. The wind stayed constant at 35 knots throughout and still continues as we post the pictures will share the raw beauty of the Greenland Ice Cap.
What will tomorrow bring?

Camp in Bad Weather
Dogs in Bad Weather
Katia in Bad Weather

25. Mai 2008

Seit 34 Stunden Über 100 km/h Windgeschwindigkeit! Wir konnten nicht einen Kilometer laufen!
Unser Zelt lag ungünstig und schneite ständig an den Seiten so zu, dass wir alle halbe Stunde Schnee räumen mussten. Da dies nicht zu bewältigen war, haben wir – zusammen sieben – das Zelt bei diesem Sturm so gelagert, dass er Schnee nicht an den Seiten hängen bleibt. Für mich ein Erlebnis, von dem ich glaubte, es würde nicht positiv ausgehen. Aber wir sind jetzt wieder organisiert und jeder Schlafsack liegt wieder am richtigen Platz.
Wir hoffen, dass Über Nacht der Wind so weit abflacht, dass wir morgen weiter marschieren können!

26 May, 08 – 11:09    
66° 26.20‘ N  044° 50.11‘ W


Bad weather broke this morning winds upsided and we got a noon a start covered 22km in 7 hours. As we left camp two skier pulling sleds crossed our path a team of two one from Norway and the other Estonia 18 days in the trek. looking for mire clear weather and good travel conditions. we are at 2350m having reached the summit we may climb a few meters mire but have reached the polar cap platue. more to follow.

Kern
 Lovebirds from DYE-2
Kern in Bad Weather

26. Mai 2008

Endlich wieder auf Skiern! Die ganze Nacht blies der Wind bis gegen 10:oo Uhr. Dann wurde schnell gefrühstückt, und bei gemäßigtem Wind starteten wir. Wir hatten wechselhaftes Wetter: mal Schnee, mal Sonnenschein. Aber den ganzen Tag hatten wir den Wind im Gesicht – nicht mehr so stark, so dass wir laufen konnten. Wir haben 25 km in 9 Stunden geschafft und sind jetzt auf etwa 2.400 m.
Etwas zu unseren Hundegespannen – alles Grönlandhunde, keine Huskies: Der zu Beginn unseres Marsches verletzte Hund hat sich erholt und ist wieder im Gespann.
Einer der Schlitten wird von dem jungen Dänen Michel geführt. Da es nicht seine eigenen Hunde sind, hat er beide Hände voll zu tun, die 14 Hunde unter Kontrolle zu halten. Es gibt ständig Raufereien, nicht nur während der Pausen, sondern auch ab und zu während der Fahrt. Unglaublich, was der Hundeführer alles zu leisten hat! Das beginnt beim Anschieben, wenn der Schlitten im Schnee stecken bleibt, Nebenherlaufen, damit der Schlitten nicht noch schwerer wird. Oft müssen die Leinen auseinander sortiert werden – und so geht das den ganzen Tag. Der zweite Schlitten mit 12 Hunden wir von einem Inuit namens Peter geführt. Er hat bedeutend leichtere Arbeit. Es überrascht mich immer wieder, was es ausmacht, wenn ein Gespann vom Hundebesitzer geführt wird. Auf alle Fälle haben Mensch und Tier bei dieser Expedition einiges zu leisten!
Wir sind alle froh, dass wir heute wieder laufen konnten – trotz kleiner „Blessuren“ bei allen Expeditionsteilnehmern. Wie am Südpol kämpfen wir mit den Sastruggis. Meine Schultern schmerzen, ebenso blutige Blasen an den Versen und Zehen.
Wenn wir gut voran kommen, rechnen wir mit weiteren 10 Tagen bis Isortoq.

27 May, 2008 


27km today in flat light and wind in our face. again like skiing in a milk jug. It was the birthday keith heger‘s so the team throw a little party in the cook tent. after a long day with wind in your face the team is to bed early.

Dinner in the Cook Tent

27. Mai 2008

An seinem 33. Geburtstag führte uns Keith Heger zusammen mit Annie Aggens heute Über die höchste Erhebung unserer Überquerung des Grönland-Inlandeises. Gleichzeitig legten wir an seinem Geburtstag knapp mehr als die Hälfte der Strecke zurück. Obwohl wir 9 Stunden lange einen kalten, beißenden Wind gegen uns hatten, schafften wir 27,5 km. Wann dreht nun endlich der Wind?!
Die Hunde wurden bedeutend schneller, nachdem der letzte Anstieg bewältigt war. Sie haben es jetzt entscheidend einfacher, hoffentlich bald auch wir!
Die 26 Hunde fressen täglich etwa 20 kg Trockenfutter – wir 10 Menschen nehmen täglich ca. 20 kg unterschiedliche Nahrungsmittel zu uns.
Die ersten Gedanken an eine warme Dusche und an ein normales Bett kommen auf! Voraussetzung natürlich, dass wir gemeinsam Isortoq erreichen!

28. Mai 2008


Wir haben uns gegen 10:oo Uhr auf die Skier gestellt – trotz starkem Wind. Die Expeditionsleitung traf die Entscheidung zu gehen, obwohl alle Zeichen dagegen sprachen. Beim Start ist aber auch nicht abzusehen, ob sich die Bedingungen verbessern oder verschlechtern. Und sie will natürlich den Zeitplan wenn irgend möglich einhalten.
Katja blies es von den Skiern, sie fuhr dann auf dem Schlitten mit. Fei Bao wurde nach 20 Minuten schwach und von einem Hundeschlitten gezogen. Der Rest der Truppe kämpfte sich gegen den beißenden Wind im Gesicht bei -25/-30°C durch. Der Wind wurde stärker – und nach etwas weniger als 8 km musste man sich zum Abbruch entschließen.
Wir waren nahe an einer Katastrophe, als beim Aufbau das große Zelt – in dem die Expeditionsleiter schlafen und wir gemeinsam unsere Mahlzeiten einnehmen – fast davon flog. Im letzten Moment konnten wir es halten, den Zeltsack jedoch nicht. Mit großer Anstrengung wurden die kleinen Zelte gemeinsam aufgebaut. Die Expeditionsleiter schlafen jetzt in einem kleinen Zelt – gemeinsam Essen: unmöglich.
Wir sind gespannt, wann endlich nach 4 / 5 Tagen dieser grässliche Wind und die äußerst unangenehme Kälte nachlassen!
Die Mannschaft ist nach wie vor guter Dinge, auch wenn die Blessuren täglich zunehmen. Fei Xuan hat einen stark geschwollenen Knöchel, kämpft sich aber bewundernswert durch.
Wenn ich jetzt meine Reisen zu beiden Polen zusammen betrachte und mit dem vergleiche, war wir hier durchzustehen haben, empfinde ich beide Pol-Expeditionen als einen etwas beschwerlicheren Spaziergang!
Bei diesem starken Wind können weder Flugzeug noch Hubschrauber landen – aber noch will sich ja niemand abholen lassen !!

29. Mai 2008


Die Mitteilungen heute waren durch den unglaublich heftigen Wind (150 km/h oder sogar mehr) sehr schwer verständlich. Ich versuche, die erhaltenen Nachrichten so gut wie möglich wiederzugeben:
Auch heute war ein Weitergehen unmöglich – alle blieben in den Zelten, darauf vorbereitet, schnell reagieren zu müssen. Vorsorglich hatte jeder seine Skikleidung an, die (hoffentlich!!) ausreichenden Schutz bietet.
Das Zelt, das Norbert mit Alexandr und Katja teilte, brach zusammen und versank im Schnee. Sie mussten es schnellstens verlassen. Soweit ich es verstehen konnte, blieben die warmen Daunenjacken, die Schlafsäcke und sonstigen persönlichen Dinge zurück. Keine Sicht außerhalb des Zeltes – der Wind wirbelt den Schnee durch die Luft. Auf allen Vieren krochen die drei zu Jin Fei Bao‘s Zelt, wo sie unterkamen. Keith und Annie (die beiden Führer) holte Katja zu sich ins Zelt. Die Hundeschlittenführer haben ihr eigenes Zelt. Sie haben alle zu essen und auch einen Ofen, der etwas Wärme spendet — und hoffen sehnsüchtig darauf, dass der Wind endlich nachlässt! Wie wird es weitergehen ??

30. Mai 2008  – Listen to the Audio Report


Ruhe nach dem Sturm. Morgens um etwa 9:oo Uhr ließ der Wind nach. Wir laufen wieder, sogar Rekord!
Bis 13:30 Uhr mussten wir die Zelte und Schlitten freischaufeln – vor allem unser total eingeschneites Zelt (nur die Spitzen schauten noch heraus). Die Hunde, von denen nur noch die Köpfe zu sehen waren, jaulten stundenlang – es war entsetzlich. Auch Ihnen schien dieses grausame Wetter zu missfallen! Sie mussten enteist werden. Teilweise wurde das Fell mit den Eisbrocken (bis zu einem halben Kilo schwer) abgeschnitten, damit sie wieder laufen konnten.
Alle vier Zeltstangen unseres Zeltes waren demoliert, zwei konnten repariert werden, zwei mussten aus der Reserve ersetzt werden. So konnten wir um 13:30 Uhr endlich wieder laufen. Katja musste sehr früh auf den Schlitten. Wir schafften in 7 1/2 Stunden 30 km! Temperatur etwa -20°C.
Noch etwas zu den dramatischen vergangenen 24 Stunden: Der Wind blies ja bereits beim Skilaufen so stark, dass wir gestern nach knapp 8 km abbrechen mussten. Nur die kleinen Zelte konnten aufgestellt werden, das große Zelt war schon nicht mehr zu bändigen. Nachdem endlich auch unser Zelt stand, wärmten wir uns in den Schlafsäcken auf. Der Sturm blies unglaublich stark weiter – um das Zelt herum wuchsen die Schneeverwehungen von Stunde zu Stunde. Nach wenigen Stunden war bereits das Vorzelt so sehr mit Schnee bedeckt, dass wir nicht mehr an unser dort gelagertes Gepäck heran kamen. Nach etwa drei Stunden brach der hintere Teil unseres Zeltes zusammen. Wir zogen unsere Skikleidung und Skischuhe an und flüchteten einer nach dem anderen aus dem Zelt. Außerhalb des Zeltes konnte man überhaupt nichts sehen! Wir riefen nach Keith und Fei Bao und hofften, dass einer uns hörte. Fei Bao war der einzige. Durch gegenseitiges Zurufen fanden wir schließlich den Eingang zu seinem Zelt. Katja hatte Todesangst. Auch ich machte mir Gedanken, wie das enden wird. Morgens erfuhren wir, dass die beiden Hundeführer ihr Zelt verließen, um nach den Hunden und uns zu sehen, gingen aber zurück, weil sie nichts erkennen konnten. Erst vier Stunden später hat Keith erfahren, dass unser Zelt im Schnee versank. Zum Glück blieben alle anderen Zelte unversehrt. Und – wie erwähnt – konnten wir, nachdem der Wind nachließ, den entstandenen Schaden beheben.
Unser Abenteuer geht weiter!

Survived the Storm   30 May, 08 – 12:27    66.3811N,044.0881W


The storm has passed and we are on the move again. 25m/s winds damaged one tent slightly. however the guides and repair parts and the tent is again 100%. Adventure as our Chinese friends described the night. it what we all live for. more to come.

Digging Out Camp
 Tent Standing
Damaged Tent

Camp 14   31 May, 08 – 10:57  – 66.2742N, 042.7598W


After our storm hold up the last two days have been gourgeos sunny no wind and outstanding travel. 30 km in each of the last two days all in only 16 hours of travel 8 per day. Today was eventful as we scared up some 60 birds resting in the cap. to far to clearly id the a few hours later a line cormorant. we must be approaching our goal! Did the lat long work on this transmission?

Birds in Flight
Dogs Covered in Ice
Kern with Ice Cover

31. Mai 2008

Traumhaft schön kann der Marsch über das Grönland-Inlandeis sein, wenn das Wetter mitmacht! Wir starteten heute um 11:15 Uhr. Wunderschönes Wetter, bis gegen 16:oo Uhr wieder leichter Schneefall einsetzte. Wir sahen schon etwa zwei Stunden während unseres Marsches eine große Wolkenwand vor uns.
Erinnerungen kamen auf… Der Wind bis jetzt noch schwach. Warten wir die Nacht ab!
Wir haben knapp über 30 km in etwa 8 Stunden geschafft. Wenn die Rechnung stimmt, liegen noch knapp 190 km vor uns. Temperaturen nachmittags und nachts zwischen -25 / -30°C.
Katja ist heute wieder gut durchgelaufen. Bei uns allen – ausgenommen die Hundeführer (die überwiegend auf den Schlitten stehen) – sind die Füße der Körperteil, der am meisten leidet. Meine Füße – wie alle anderen auch – sind sehr geschädigt. Aber es sind nur noch 190 km zum Ziel – die Füße werden abends und morgens gepflegt, und weiter geht‘s!!

1. Juni 2008       


Katja kollabierte!

Schon gestern waren die letzten vier Stunden sehr anstrengend, nicht nur für Katja – auch für uns. Wir hatten so gut wie keine Sicht. Der ständige Wechsel von Tiefschnee zu glatten Stellen fast ohne Sicht am Boden forderte Kraft, Energie und hohe Konzentration, um nicht zu stürzen. Trotzdem schafften wir unsere 30 km – wahrscheinlich zu viel für Katja.
Bei Ähnlich schlechter Sicht starteten wir heute schon um 9:15 Uhr. Nach ca. 6 km brach Katja zusammen und war zeitweise ohne Besinnung. Wir legten sie in warmer Kleidung auf den Schlitten. Sie bekam zu trinken und zu essen und fuhr bis 20:oo Uhr auf dem Schlitten mit. Es geht ihr jetzt besser.
Die hohe Konzentration beim Wechsel von Tiefschnee zu glatten Stellen bei fast keiner Sicht belastet natürlich die Füße enorm. So hatten wir alle wieder mit den Blasen zu tun, meine Socken waren wieder rot. Nach dem Telefonat mit Heide beginnt die Pflege meiner Füße.
Mit Unterstützung der Hunde schafften wir trotz verschiedener Probleme und Unterbrechungen – auch wegen Katja – unsere 30 km. Teilweise fuhren wir am Seil hinter den Schlitten, zeitweise saß der eine oder andere auf dem Schlitten. Wir müssen die verlorene Zeit durch den wahnsinnigen Sturm wieder einholen. Den Hunden fällt die Arbeit jetzt etwas leichter, da es leicht bergab geht gen Isortoq.
Die Gedanken ans Ziel darf man sich jetzt schon machen. Es sind ja nur noch 160 km!

Camp 16 – update June 2      
02 June, 08 – 11:38
66.1073N, 041.3196W


Another great day of travel the team moved 27 km 3 short of the 30 km goal. Impressive none the less considering the tough conditions, 6 inches of fresh snow overnight left the team breaking trail. Tough on us and the dogs. weather was overcast with blowing snow warm near 0 C.

Sun Halo
Kern
Team on the Go

2. Juni 2008

Schnee, Schnee, Schnee …..

Es schneite die ganze Nacht durch. Als ich aus meinem warmen Schlafsack und dem Zelt kroch, überraschten mich etwa 40 cm Neuschnee. Es schneite beim Abbau unserer Zelte und fast ununterbrochen die 9 1/2 Stunden, die wir laufen konnten, mit dem Wind im Gesicht. Der hohe Schnee belastete Mensch und Tier enorm. Die Hunde, die normalerweise in ihren Pausen um die „Ränge in der Seilschaft“ kämpfen oder aber bei läufigen Hündinnen für Nachwuchs sorgen wollen, lagen flach und mussten sich erholen.
Wenn man solche Schneemassen innerhalb kürzester Zeit fallen sieht, gibt es Hoffnung, dass das zumindest ein kleiner Ausgleich für das Abschmelzen der Gletscher sein könnte. Aber wir wissen, dem ist nicht so.
Mir ging durch den Kopf, wie sich meine Enkel Amelie, Moritz und Niklas über so viel Schnee zur Weihnachtszeit freuen würden!
Katja ging es heute wieder besser. Sie wurde mit dem Seil am Schlitten angebunden und die ganze Strecke nachgezogen. Der Schnee hat nicht nur an den Kräften der Expeditionsteilnehmer, sondern auch der Führer gezehrt. Es sind wieder -25°C. Wie schon mehrmals erwähnt leiden die Füße sehr.
Entlohnt wurden wir, als für etwa 45 Minuten die Sonne schien, zum einen mit einer herrlichen Sicht, zum anderen mit einem wunderbaren bunten Licht unterhalb der Sonne, das hier öfter zu sehen ist. Ich hoffe, dass das Bild, das ich aufgenommen habe, die Schönheit erkennen lässt.
Alex meinte, dass das, was wir heute geschafft haben, kein Skilaufen war, sondern eher eine Schlägerei!
Der Schnee, der uns bis über die Knöchel einsinken ließ, hatte zumindest einen kleinen Vorteil: Es gab keine glatten Stellen mehr. Unter diesen Umständen schafften wir trotzdem noch 27 km Richtung Ostküste Grönlands. Nur noch etwa 133 km bis zum Ziel!

Camp 17 – 3. Juni 2008         


Erneute Sturmwarnung / Entwarnung

Um 5:30 Uhr wurden wir alle von Peter, unserem Inuit-Schlittenführer, geweckt. Er schaute nach seinen Hunden und sah den Himmel dreigeteilt: die weiße Fläche am Boden, darüber ein breiter blauer Streifen und dann weiße Wolken – Vorwarnung für extrem starken Wind, Über den ich mich bereits bei meiner Vorbereitung auf diese Expedition informierte, und Zeichen dafür, dass es in zwei bis drei Stunden losgeht. Wir verließen sofort unsere Schlafsäcke und packten unser Hab und Gut zusammen. Das große Zelt der Expeditionsleitung wurde abgebaut. Mit unseren Zeltstangen wurde das Zelt der chinesischen Freunde verstärkt und wir drei zogen bei ihnen ein. Zuvor bauten wir um die verbliebenen Zelte hohe Schnee- und Eismauern. Die Schlitten wurden hochkant gestellt, damit sie im Falle des Sturmes nicht wieder einschneien und ausgegraben werden müssen.
Nach drei Stunden: Entwarnung! Irgend jemand meinte es gut mit uns! Um 13:40 Uhr hatten wir unser Camp wieder abgebaut und machten uns auf den langen Marsch. Um 23:oo Uhr hatten wir 30,4 km zurückgelegt. Wir hatten relativ gutes Wetter während des Marsches. Die Kälte zog an, dadurch war das Skilaufen nach den gestern gefallenen 80 cm Neuschnee etwas erträglicher. Die Sonne, die später schien, machte uns das Leben bedeutend leichter und zeigte uns traumhaft schöne Bilder.
Bei dem enormen Schneefall macht man sich Gedanken darüber, was alles in diesem Schnee enthalten ist. Alle unsere Getränke, alles was wir essen enthält diesen zu Wasser gekochten Schnee. Irgend welche Gifte, die mit dem Schnee fallen, werden natürlich nicht gemessen. Gehen wir davon aus, dass nicht der gesamte Müll, der in die Luft geblasen wird, sich Über dem Grönland-Inlandeis verteilt!
Wir sind wieder auf 1900 m Höhe, Temperatur ca. -23°C. Nur noch etwa 90 km zu laufen.
Wenn alles gut läuft, noch dreimal Zeltaufbau und wir sind in Isortoq!

Camp 18 – Update Dog Cache  
04 June, 08 -01:22        


After moving to a later schedule for improved snow conditions the team has worked hard over the last two days covering 63km wee are at dog cache 78km from the coast! with good weather we hope to cover this in 2 days. keep us in your thoughts as we near the end. the photos are resized to 500 did the send?

Siesta
Greenland Weather
Home Sweet Home
Sunset
The Great Expans

Camp 18   – 4. Juni 2008

Typisches Grönland-Wetter – kein Tag wie der andere.

Nachts hatten wir wieder starken Wind, der sich nach dem Frühstück abschwächte. Start erst um 12:30 Uhr, da wir tags zuvor bis 23:oo Uhr gelaufen sind und 8 Stunden Nachtruhe von der Expeditionsleitung vorgegeben werden.
Auch heute liefen wir wieder bis 23:oo Uhr bei fürchterlichem Schneetreiben und Gegenwind, wir schafften unsere 30 km bei -18°C. Es geht langsam bergab, wir sind bei etwa 1600 m. Die Sicht bei dem starken Schneetreiben war so schlecht, dass es ständig Stürze gab. Auch ich ging dreimal zu Boden – jedes Mal die Befürchtung, dass an den Hüften etwas passiert. Es ging gut!
Zeltaufbau heute das zweitletzte Mal. Am Freitag, wenn das Wetter ein bisschen mitspielt, müssten wir den tiefsten Punkt des Inlandeises an der Ostküste Grönlands erreichen. Wir wollen so weit wie möglich laufen. Wir haben erfahren, dass viel Wasser auf dem Gletscher ist und uns am äußersten Punkt ein Helikopter abholen wird, der uns direkt nach Kulusuk bringt.
Die warme Dusche kommt immer näher! Sie ist mir gegenwärtig bedeutend wichtiger als ein gutes Abendessen mit einem guten Glas Wein! Bei unserem Marsch heute ist mir noch einmal zu Bewusstsein gekommen, wie hervorragend die Menschen aus sieben Nationen in den gut drei Wochen auf engstem Raum, bei höchster Anspannung und Überhaupt keinem Luxus miteinander auskommen.
Noch 60 bis 80 km bis zum Östlichsten Punkt des Grönland Inlandeises – und das große Ziel ist erreicht!

5. Juni 2008


Die Eisgötter Grönlands wieder versöhnt mit uns.

Offensichtlich haben die Eisgötter ihren Wiederstand gegen unsere Überschreitung ihres Territoriums aufgegeben. Wir hatten heute unseren schönsten Tag auf dem Inlandeis Grönlands. Unserem Ziel sind wir 30 km näher. Wenn keine besonderen Wetterumstände einen Strich durch unsere Rechnung machen, werden wir morgen Nachmittag am äußersten Ende des Inlandeises an der Ostküste Grönlands sein. Von hier aus wird uns der Helikopter dann direkt nach Kulusuk bringen.
Die dritte meiner Abenteuer-Reisen geht zu Ende – kaum vergleichbar mit meinen Expeditionen zum Süd- und Nordpol, und das in jeder Hinsicht: anstrengender, täglich mehrmals wechselnde Wetterverhältnisse, bedeutend mehr Kilometer. Es ist fast geschafft. Schön, aufregend, teilweise furchterregend – ein weiteres schönes Abenteuer!
Alle sind in guter Stimmung! Keith Heger ließ es sich nicht nehmen, einige Worte zu sagen – hier die Übersetzung in Kürze:
Wir sind alle Überglücklich, dass wir ganz kurz vor dem Ziel sind – trotz aller wetterbedingten Widrigkeiten. Ich bewundere Norbert, der es immer wieder – insbesondere auch in kritischen Situationen – verstanden hat, das Team zu motivieren und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Es ist unglaublich zu sehen, mit welcher Kraft und Ausdauer er die Anstrengungen dieser Expedition gemeistert hat. Und es ist für mich eine besondere Freude und Ehre, mit ihm – nach unserer gemeinsamen Expedition zum Nordpol – auch dieses Abenteuer erfolgreich bestanden zu haben.

6. Juni 2008


Last Night? – Camp 19  

We write in hopes that it is our last night on the greenland ice cap with a helicopter pick up scheduled for friday afternoon the team moved another 30 km closer to our pick up location. The weather is markedly improving as we descend now at 1400m the snow is consolidated and allows us to move fast up to 6km an hour the dog teams much faster.

Team 1
Dog Team
Team 2

Wir sind am Ziel !!       

Heute waren wir nochmals 20 km unterwegs, dann kam das erwartete Ende kurz vor dem Gletscher. Wir haben alle relativ wohlbehalten unser sehr ehrgeiziges Ziel geschafft – stolz sind wir alle!
Wie täglich geschildert, kamen teilweise unerwartet herausfordernde Tage und Ereignisse auf uns zu. Bewusst war uns allen, dass es kein Sparziergang werden würde – aber nicht nur ich habe die Strapazen etwas unterschätzt!
Ein großartiges Erlebnis gemeinsam mit netten Menschen. Kennengelernt haben wir uns teilweise erst beim Start unserer Expedition. Es wird ein unvergessliches Erlebnis für uns alle bleiben.
Eine Zusammenfassung erspare ich mir in meinem Glücksgefühl. Offenbar war ich auch bei dieser Expedition wieder der Älteste Mensch, der das bisher geschafft hat.
Wir warten jetzt auf den Hubschrauber, der uns nach Kulusuk bringt. Über Island geht es dann Sonntagnacht zurück in die Heimat, zu meinen geliebten Menschen – meiner Heide und meinen Kindern. Heide wird mich, wie sie versprach, am Sonntagmorgen um 5:50 Uhr am Frankfurter Flughafen abholen. Ein lang ersehnter Augenblick!

7. Juni 2008


Kulusuk

Vorbereitungen für Grönland am Matterhorn


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